Erstmal…
…wollte ich nur Karl May lesen. Meine Eltern befanden jedoch, es sei an der Zeit, ein Instrument zu lernen. Meinen Widerstand lockerte mein Schulfreund, als er mich zur Klarinette überredete: sein Lehrer sei cool und zu zweit wäre es noch cooler. Im ersten erfuhr ich dann auch, dass die Klarinette ein sogenanntes Blasinstrument ist.

Aber der Lehrer war tatsächlich cool und so wandelte sich das erzwungene Instrument in meine Passion, bis heute (keine Werbung für Laissez-faire). Nach Ausflügen in jazzige und rockige Gefilde wurde schließlich die Klezmermusik neben der klassischen und der frei improvisierten Musik mein Spezialgebiet und Beruf. Karl May lag lange schon in der Ecke.

Zu den Konzerten mit verschiedenen Bands kam im Laufe der Zeit einiges dazu – Gesang, Tanzanleitung und das Akkordeon, Vorträge und Workshopleitungen. Alles zusammen führte unverhofft durch West- und Osteuropa, von New York bis Sidney. Und mündete schließlich und vorerst in der Bonner Musikerinitiative „klezmerbonn“.
Nur zum Spaß hatte ich zwischendurch mal eine Clownsschule besucht und mich, auch nur zum Spaß, immer wieder auf dem Gebiet mit der roten Nase weitergebildet. Und für den Spaß wurde daraus mein zweiter Beruf: Klinikclown. Jetzt ging die Reise nicht mehr durch andere Länder, sondern durch verschiedene Einrichtungen, nicht mehr zu anderen Völkern, sondern zu verschiedenen Bedürftigkeiten. Das stellte sich als genauso spannend heraus.
Und ein weiterer Zufall brachte die aktuell dritte Passion ins Spiel: der persönliche, familiäre Kontakt mit dem Thema Demenz. In dieser faszinierenden Welt fanden die Musik, die Clownerie und das Lehren wieder einen Platz.
Nicht, dass ich nie etwas geplant hätte, aber die entscheidenden Dinge in meinem Leben geschahen trotzdem.

Lebenslauf
Georg Brinkmann
geboren 1966 in Bonn
1985 Abitur
1985 – 1987 Zivildienst in der Johanniter-Kinderklinik St. Augustin
1988 – 1992 Studium der Musiktherapie an der Fachhochschule Heidelberg
Abschluss als Diplom-Musiktherapeut (FH)
1993 – 1994 berufsbegleitende Ausbildung Clown-Theater am TuT Hannover
1993 – 1997 Musiktherapeut an der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie Nürnberg
seit 1995 freier Musiker mit den Schwerpunkten Klezmermusik, klassische Musik
freie Begleitung von Märchenerzählern
Internationale Tourneen, Dozent auf internationalen Festivals
Klarinettenlehrer an mehreren Musikschulen
2004-2008 Mitglied bei „imprompt“, Ensemble für improvisierte Musik
2000 – 2010 freie journalistische Tätigkeit (Nürnberger Zeitung, Bonner Generalanzeiger)
seit 2004 Dozent an verschiedenen Pflegeschulen in Bonn (Bonner Verein, DRK, ASB) in den Fächern musisch-kulturelle Bildung, Demenz, Humor in der Pflege
seit 2011 Gründer und Leiter der Musikerinitiative „klezmerbonn“
Leitung von regelmäßigen offenen Angeboten, künstlerischer Leiter der „Bonner Klezmertage“
seit 2013 Leitung von Singkreisen, musikalischer Individualbetreuung und Musiktherapie an verschiedenen Altenheimen und Seniorentreffs
2013-2014 Ausbildung zum morphologischen Wirkungsforscher (rheingold-Akademie Köln)
seit 2014 Klinikclown in den Bereichen Kinderklinik, Kinderonkologie, OP-Begleitung, Beatmungspflege, Altenheim, Demenz und Schwerst- und Mehrfachbehinderungen
seit 2015 Humortrainer bei der Stiftung „Humor hilft heilen“
seit 2022 Mitglied im Team künstlerische Leitung der Stiftung „Humor hilft heilen“
2018-2019 Mitarbeit im Sozialen Dienst eines Bonner Altenheimes
seit 2023 Vortrags- und Workshoptätigkeit im Bereich Humor, Clownerie und Demenz
seit 2024 Erarbeitung und Durchführung von „Demenz-Impro“, einem Workshopangebot für pflegende Angehörige
Fachartikel in:
„Musiktherapeutische Umschau“
„anders – Zeitschrift für psychologische Morphologie“
„Altenpflege – Aktivieren“